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Herbst! Oder fast schon Winter?

23 Nov, 2011

Ist es noch Herbst oder schon Winter? Jedenfalls: seit Februar leite ich nun die österreichische Niederlassung von Ashoka und bin auch für Zentral- und Osteuropa zuständig.  Was ist eigentlich Ashoka? Einen kurzen Überblick gibt dieses Video:

Immer habe ich das Ziel vor Augen, möglichst viele Menschen zu unterstützen und zu animieren selber aktiv zu werden, Probleme zu lösen, „Changemaker“ zu werden. Die ersten zarten Blüten unserer Arbeit werden schon sichtbar: immer mehr Menschen interessieren sich für unsere Arbeit für und mit Social Entrepreneurs, mit unserem Veranstaltungen im kleinen Rahmen zb gemeinsam mit dem Hub Vienna und unserem Partner Industriellenvereinigung bei denen es um ernsthafte
Auseinandersetzung mit und Lösungen für unsere Probleme geht.

Zwei unserer Ashoka Fellows aus dem Ausland haben wir schon erfolgreich dabei unterstützt ihre Innovationen nach Österreich zu bringen. Wo sie ebenso dringend gebraucht werden, wie in Deutschland, Dänemark oder Chile. Zum Beispiel Katja Urbatsch:  Als erste Akademikerin in ihrer Familie ist sie mit den Problemen von Kindern aus hochschulfernen Familien vertraut. Um die unsichtbaren Barrieren niederzureißen hat sie im Mai 2008 ein Internetportal für alle Schüler und Studenten
gegründet, dass Nicht-Akademikerkinder zu einem Studium ermutigt und dabei unterstützt. Mittlerweile unterstützen bereits mehr als 3.000 ehrenamtliche Mentoren an 80 Standorten deutschlandweit diese Initiative. Im Herbst dieses Jahres startete „Arbeiter-Kind.at“ in Österreich. Katja Urbatsch war kürzlich in der ATV Am Punkt Diskussionssendung zu Gast, die sie hier nachsehen
können: http://atv.at/contentset/410627-Am%20Punkt/1856322/0)

 

Oder Thorkil Sonne, der vorzeigt, wie man die besonderen Stärken von Menschen mit Autismus nutzen und damit Arbeitsplätze schaffen kann. Thorkils Idee, die bisher für mehr als 80 Autisten einen Arbeitsplatz geschaffen hat kommt nun nach Österreich – Dank der Unterstützung von Länder-Koordinator Stephan Dorfmeister (der das ganz ohne Honorar nur um der Sache selbst willen macht), der Essl Stiftung und der Wiener Städtischen. Der Standard und das Wirtschaftsblatt haben darüber in den letzten Monaten geschrieben.

Und: wir haben unsere ersten österreichischen Fellows ausgewählt – aber ich muss noch um ein bisschen Geduld bitten – die präsentieren wir erst im Jänner öffentlich. Aber ich kann versprechen: sie sind toll, machen wirklich wichtige Arbeit und zeigen wie ganz normale Menschen unser Land verändern können.

Und natürlich unsere Globalizer (link http://www.ashokaglobalizer.org/) Veranstaltung Anfang November bei der sich 15 unserer Fellows mit 15 Top Unternehmern trafen um ihre Globalisierungsstrategien  zu diskutieren. Im inspirierenden Ambiente des Essl Museums in den wunderbaren Möbeln von BENE wurde hart an der Verbreitung von Lösungen gearbeitet, die unsere Welt besser machen werden.

 

Wenn du mehr wissen willst, abonniere unseren Newsletter: http://austria.ashoka.org/signup

 

 

 

 

 

Mein neues Leben

18 Feb, 2011

Seit 10. Oktober 2010, genauer gesagt seit der Angelobung der neuen rot-grünen Stadtregierung bin ich nicht mehr Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete. Sondern Länderdirektorin von Ashoka Österreich. Ashoka unterstützt, als weltweit größte Organisation, Social Entrepreneurs, also unternehmerische Menschen, die mit innovativen Ideen drängende gesellschaftliche Probleme lösen.

Ich bin also keine Politikerin mehr. Und das ist gut so. Schließlich habe ich mir das ja so ausgesucht. Meine Beweggründe lassen sich hier nachlesen. In aller Kürze lassen sie sich so zusammenfassen: meine 10 Jahre Grüne Politik haben mir großen Spaß gemacht, ich habe viel erreicht und viel gelernt, aber das Leben ist zu kurz, um noch mal 5 Jahre das gleiche zu machen.

Als unerwartete Draufgabe habe ich nach dem Wahltag gerne noch das rot-grüne Regierungsprogramm im Bereich Kultur und die eine oder andere Formulierung in der Technologie mitverhandelt.

Und dann war Schluss.

Ich habe mir rund um den Jahreswechsel eine kleine Auszeit gegönnt. Viel Zeit mit Familie und Freuden auf mehreren Kontinenten verbracht und mir Raum zum Nachdenken, Nichtdenken und einfach Loslassen gegeben. Eine sehr empfehlenswerte Übung.

Seit Mitte Jänner bin ich wieder in Wien. Und mittendrin im neuen Leben. So mittendrin, dass ich kaum glauben kann, dass es grade mal 5 Wochen sind.

Schon letztes Jahr habe ich einen Teil meiner Kraft und Energie in die Vorbereitungen für den Start von Ashoka Österreich gesteckt. Mit der Hilfe von engagierten Menschen, allen voran Martin Essl von bauMax AG und dem Team der ERSTE Stiftung ist uns das Unwahrscheinliche gelungen: innerhalb von einem dreiviertel Jahr eine ausreichende Startfinanzierung für Ashoka sicherzustellen. Martin Essl und Michael Fembek von der Essl Stiftung haben unermüdlich Gespräch mit potenziellen Unterstützern geführt. Und mit der Hilfe von 3M Österreich und C-Quadrat als Unternehmenspartnern geht es jetzt so richtig los.

Unterstützt von Katharina Norden, Christine Spernbauer und Christine Allin als Volontärinnen, starten wir die Suche nach unserem ersten Fellow. Jenem Social Entrepreneur, der oder die mit ihrem unternehmerischen Geist wesentliche gesellschaftliche Probleme hier in Österreich auf ganz neue und innovative Weise löst und dafür von uns unterstützt wird.

Ashoka wird diese österreichische EntrepreneurIn in der Form bedarfsorientierter Lebenshaltungsstipendien auf drei Jahre und der Einbindung in unser breites, internationales Netzwerk unterstützen. Partner wie McKinsey & Company und Ketchum Publico werden unsere Fellows mit strategischem Consulting und Medienberatung coachen. Das internationale Fellow-Netzwerk und die Unternehmerpersönlichkeiten aus unserem Ashoka Support Netzwerk werden der von uns unterstützten SozialunternehmerIn Zugang zu Kontakten, Know-how und Investoren bieten.

Die Suche nach dieser Person, die ein wahrer Wunderwuzzi sein muss, ist ein gewaltiger Zeitaufwand, denn wir haben strenge Kriterien und geben uns nicht mit dem Erstbesten zufrieden. Viele Stunden Internet-Recherche, Gespräche mit Nominatoren, Telefonate und Interviews werden nötig sein bevor wir im Herbst eine Person öffentlich präsentieren können. Und ich bin selbst schon sehr gespannt, auf viele spannende Gespräche und Einsichten. Am Ende werden wir wahrscheinlich nur eine oder maximal zwei Personen in Österreich pro Jahr auswählen können, aber zahlreiche tolle Menschen und Ideen werden uns auf dem Weg dorthin begegnen. Und ich hoffe wir werden auch für jene, die wir nicht auswählen einen Nutzen stiften können. In dem wir das Thema und den gesellschaftlichen Wert von Social Entrepreneurship in den Köpfen verankern. Und in dem wir möglichst viele Menschen inspirieren selber „Changemaker“, Veränderer, Problemlöser zu werden.

Ein Überziel unserer Arbeit ist für mich – mit Hilfe unseres internationalen Fellow-Netzwerks – mehr innovative Lösungen für unsere Probleme nach Österreich zu bringen. Etwa im Bereich Integration und Bildung. Ich bin also jetzt schon mit internationalen Fellows in Gesprächen, um ihre Innovationen nach Österreich zu bringen. Norbert Kunz, zum Beispiel, der mit IQ Consult Menschen aus benachteiligten Gruppen und mit Behinderungen unterstützt Unternehmer zu werden, von denen wir uns üblicherweise gar nicht vorstellen können, dass das ihr Weg zu einem gesicherten Einkommen sein kann. Oder Thorkil Sonne, der auf seine wunderbar-charismatische und doch bescheidene Weise, das Ziel hat, uns die Augen für die Stärken von Menschen mit Autismus zu öffnen. Und dabei auch noch ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt hat.

Wir haben viel vor in diesem Jahr. Und es wird viel Arbeit sein. Aber eine lohnende. Und darauf freue ich mich schon. Mehr bald, hier an dieser Stelle.

Worum es am Sonntag geht

07 Okt, 2010

In den letzten Wochen fragen mich Menschen – wenn sie mich an einem Grünen Infostand sehen oder mich bei einem Wahlkampfevent treffen – warum ich denn noch wahlkämpfe? Wo ich doch nicht mehr auf wählbarem Listenplatz kandidiere? Nun, aus dem gleichen Grund, aus dem ich dieses Email schreibe. Weil ich will, dass die Grünen stark werden am 10. Oktober.

Meine Entscheidung vor einem Jahr nicht mehr für den Gemeinderat zu kandidieren war keine gegen die Grünen oder gegen Politik, sondern eine für meine persönliche berufliche Veränderung. Schließlich ist das Leben zu kurz, um allzu lange das gleiche zu machen. Die letzten zehn Jahre mit den Grünen waren gute Jahre. Jetzt auf zu anderen Ufern.

Warum ich aber will, dass die Grünen stark werden, ist ganz eigennützig. Eigennützig, weil ich als zukünftige normale Bürgerin in dieser Stadt Veränderung will. Und diese Veränderung wird nur eine rot-grüne Stadtregierung bringen.

Ich will in einem Wien leben, in dem Menschen nicht auf offener Straße wegen ihrer Hautfarbe und Kleidung angepöbelt werden, sondern die aus unserer kulturellen Vielfalt Stärke schöpft. Ich will in einer Stadt leben, in der es genug qualitative Kinderbetreuungsplätze auch für Kleine gibt. Und Schulen, in denen Kinder in ihrer Neugier und ihren Interessen gefördert werden. Und ich will auch in einem Wien leben, in dem wir aus ungenutzten Flachdächern Parks für alle machen.

Ich will in einem Wien leben, in dem Innovationen und Experimente gefördert werden. Ein Wien, in dem Kunst und Kultur als wesentlicher Bestandteil des kreativen Reichtums unserer Stadt im Zentrum gesellschaftlicher Auseinandersetzung sind. Ich will in einer Stadt leben, in der Wirtschaftspolitik für die Menschen und mit einem Blick für neue Arbeitsrealitäten und Unternehmensformen gemacht wird.
Und ich will in einem Wien leben, in dem wir keine Armut zulassen. Und nicht zuletzt will ich in einem Wien leben, in dem die Stadtregierung die Meinung ihrer BürgerInnen wirklich ernst nimmt und nicht einfach drüberfährt und die Bagger schickt.

All das gibt es nicht mit Rot-Schwarz und auch nicht mit einer absolut regierenden SPÖ.
Nein, nur eine Grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou schafft die Voraussetzungen um meine Vision umzusetzen. Mit einem engagierten Team, mit tollen Menschen wie meinem lieben Kollegen Marco Schreuder, der sich Deine, der sich Ihre Vorzugsstimme verdient hat.
Haben wir Grüne in den letzten Monaten alles richtig gemacht? Nein, sicher nicht. Aber es geht um mehr als um Befindlichkeiten am Sonntag. Es geht um die Stadt, in der wir leben wollen.

Denn diese Vision braucht jede einzelne Stimme.
Liebe Grüße,

Marie Ringler

PS: Nach dem Wahltag werde ich auch weiterhin meine Grüne Emailadresse lesen. Meine neue Emailadresse als Länderdirektorin von Ashoka Österreich, dem weltweit größten Unterstützungsnetzwerk für Social Entrepreneurs ist mringler@ashoka.org. Mehr Infos zu Ashoka gibt es unter www.ashoka.org.

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